Wie funktioniert die Studienplatzklage? – #StayEnrolled

Durch die Zulassungsbeschränkung in vielen deutschen Universitäten ist es nicht jedem möglich sein Wunschstudiengang an seinem Wunschort zu studieren. Die Studienplatzklage ist eine Möglichkeit, trotz Absage, sich doch noch diesen Wunsch zu erfüllen. Doch was genau ist dabei zu beachten und wie hoch stehen die Erfolgschancen?

Viele potentielle Studenten versprechen sich geradezu wundersames von einer Studienplatzklage. Es wird vielen jungen Studienanfängern suggeriert, dass mithilfe dieses Mittels ein Studienplatz so gut wie garantiert ist. Doch ganz so einfach, wie sich viele das ausmalen, ist es nicht….

Was passiert bei einer Klage?

Ein möglicher Ansatzpunkt ist die sogenannte Kapazitätsklage. Gesetzlich sind die Universitäten nämlich dazu verpflichtet ihre volle Kapazität auszuschöpfen, da jeder, laut Grundgesetz, das Recht hat einem Beruf seiner Wahl nachzugehen. Zunächst musst du beachten, dass du für solch ein Verfahren, sofern du dich nicht selbst damit auseinander setzen möchtest, einen Rechtanwalt beauftragen solltest. Dieser verursacht natürlich Kosten, die in (fast) jedem Fall zu tragen sind.

Der Ablauf dieses Prozesses gestaltet sich dann folgendermaßen: Zunächst muss die Kapazitätsklage von dir oder deinem Anwalt beim Gericht eingereicht werden. Daraufhin kann die Hochschule oder Universität einen Widerspruch einreichen, in dem sie versucht nach zu weisen, dass sie alle möglichen Studienplätze bereits vergeben hat. Bei einer erfolgreichen Klage, kommt es in den meisten Fällen dann zu einem Vergleich mit der Hochschule. Wenn dies eintritt, vergibt die Hochschule zusätzliche Studienplätze, welche auf alle Kläger aufgeteilt werden, die sich mit der Hochschule auf einen Vergleich geeinigt haben. Sollte diese Zahl kleiner sein, als die Anzahl der klagenden Studienanfänger, wird gelost.

Besonders bei sehr begehrten Studienfächern wie Medizin oder in Metropolregionen wie Berlin, Hamburg oder München ist dann die Erfolgschance eher gering. Und genau da liegt das Problem. Bei Studiengängen die eine hohe Anzahl an Bewerbern haben, ist die Chance einer erfolgreichen Klage geringer.

Was kostet dich das?

Abhängig von den gewählten Verfahrensschritten und ob du einen Anwalt dazu ziehst oder nicht, fallen die Kosten sehr unterschiedlich aus. 50 Euro jedoch mindestens, da dies die Summe für die Antragstellung eines Verfahrens ist. Viele Anwälte bieten spezielle Angebote für Studienklagen an. Diese sehen so aus, dass man sich auf ein Erfolgshonorar einigt, was bedeutet, dass nur bei einer erfolgreichen Klage gezahlt werden muss. Solch ein Modell ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man sich dazu entscheidet einen Anwalt zu Rate zu ziehen. Dadurch bist du dir der anfallenden Gebühren im Vorhinein bewusst und sparst dir jegliche Kosten, sofern die Klage nicht zum Erfolg führen sollte. Solltest du dich jedoch entscheiden selbst zu Klagen und dann nach diversen juristischen Schritten keinen Erfolg haben, musst du die gesamten Gerichtskosten tragen, die durchaus die 1.000 Euro übersteigen könnten.

Wann ist eine Studienplatzklage sinnvoll?

Zum einen solltest du abwägen, ob es dir wirklich das ganze Geld wert ist. In besonders schwierigen Fällen kann es leicht sehr teuer werden und sich unter Umständen über Wochen hinziehen. Zum anderen solltest du dir die Frage stellen, ob es unbedingt dieser Studienort oder gar dieses Studienfach sein muss. Eventuell gibt es andere Städte, die dir ebenso gefallen und ausreichend Studienplätze anbieten.

Vielleicht benötigst du auch nur ein oder zwei Wartesemester, so dass du diese Zeit für neue Erfahrungen nutzen könntest, bevor du dein Studium beginnst? Du könntest Reisen, ein FSJ machen oder schon mal ein Praktikum in dem gewünschten Bereich machen. Für weitere Ideen und Anregungen, sieh dir den Artikel über das Gap-Year auf unserer Seite an.

Egal wie du dich entscheidest, du solltest die verschiedenen Möglichkeiten gut überlegt abwägen. Ziehe dir deine Eltern und deine Freunde zu Rate und bespreche, was das Beste für dich sein könnte. Manchmal verrennt man sich in etwas und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Also überstürze nichts und mach dir deine Gedanken!