Illustration eines Studierenden, der am Laptop einen BAföG-Online-Antrag ausfüllt, neben ihm liegen die Formblätter 01, 02 und 03; daneben steht in einem Textfeld ‚BAföG-Antrag Schritt für Schritt‘.

BAföG-Antrag Schritt für Schritt: So beantragst du BAföG richtig

BAföG kann dein Studium finanziell absichern, aber der BAföG-Antrag wirkt auf viele Studierende erst einmal kompliziert. Formblätter, Anträge, Bescheinigungen und der Folgeantrag – da verliert man schnell den Überblick.

In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen BAföG-Antrag richtig stellst, welche Formulare du brauchst, was beim Ausfüllen wichtig ist und worauf du beim Folgeantrag achten solltest.

Was ist BAföG?

BAföG steht für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“ und regelt die staatliche Ausbildungsförderung.

Die Förderung besteht zur Hälfte aus Zuschuss und zur Hälfte aus zinslosem Darlehen. Das bedeutet: Studierende an Hochschulen erhalten üblicherweise die Förderung zu 50 % als Zuschuss und zu 50 % als zinsloses Staatsdarlehen, das zurückgezahlt werden muss. Also musst du später nur einen Teil zurückzahlen.

Wer hat Anspruch auf BAföG?

Ob du BAföG erhältst, hängt unter anderem vom Einkommen deiner Eltern, deinem eigenen Einkommen und deiner Ausbildungsstätte ab. Der Online-BAföG-Rechner hilft dir bei der ersten Einschätzung, ob und wie viel BAföG du bekommst.

In der Regel können Studierende an Hochschulen, höheren Fachschulen und Akademien, Abendgymnasien oder am Kolleg BAföG erhalten, natürlich nur, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Entscheidend sind vor allem das Einkommen deiner Eltern, dein eigenes Einkommen und die rechtlichen Vorgaben.

Der Anspruch auf BAföG wird immer individuell beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung geprüft.

Grundsätzlich gilt:

  • Du studierst an einer anerkannten Ausbildungsstätte
  • Du befindest dich in der Regelstudienzeit (§ 15 BAföG)
  • Deine wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen die Vorgaben

Deutsche Studierende

Für deutsche Studierende hängt der BAföG-Anspruch vor allem vom Einkommen der Eltern im letzten Kalenderjahr ab. Auch das eigene Einkommen oder Vermögen wird berücksichtigt.

Beachte: Der Antrag auf Ausbildungsförderung muss aktiv gestellt werden und wird nicht automatisch gewährt.

Internationale Studierende

Auch ausländische Studierende können BAföG erhalten, aber auch nicht automatisch.

BAföG ist möglich, wenn du zum Beispiel:

  • EU-Bürger bist
  • einen dauerhaften Aufenthaltstitel hast
  • als anerkannter Geflüchteter studierst
  • bereits im Inland eine bestimmte Zeit gearbeitet hast.

Entscheidend ist dein Aufenthaltsstatus. Daher solltest du dich frühzeitig beim Studierendenwerk oder beim Amt für Ausbildungsförderung beraten lassen.

BAföG beantragen: Erstantrag oder Folgeantrag?

Wenn du noch nie BAföG erhalten hast und zum ersten Mal BAföG beantragen willst, stellst du einen Erstantrag. Erst nach Erhalt und mit Ablauf des Bewilligungszeitraums musst du einen Folgeantrag stellen.

Wichtig: Der Antrag sollte so früh wie möglich gestellt werden, denn BAföG wird nur ab dem Monat gezahlt, in dem dein Antrag gestellt wurde. Also nicht beliebig rückwirkend. Sollten dir noch Unterlagen fehlen, kannst du zunächst einen formlosen Antrag stellen und die Dokumente später nachreichen.

BAföG-Antrag stellen: Schritt für Schritt

1. Zuständiges BAföG-Amt finden

Der BAföG-Antrag ist beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung zu stellen und erfolgt meist über das Studierendenwerk deiner Hochschule. Du kannst deinen Antrag beim Amt per Post einreichen oder online über BAföG digital stellen.

Online gibt es einen Antragsassistenten, der dir beim Ausfüllen der Formulare Hilfestellung leistet. So kannst du bei offenen Fragen die vorhandenen Hilfetexte durchlesen.

2. Diese Formulare brauchst du für deinen BAföG-Antrag

Die wichtigsten Formulare für den BAföG-Antrag sind:

  • Formblatt 01: Hauptantrag, der Antrag auf Ausbildungsförderung (persönliche Angaben, Vermögen, Einkommen deiner Eltern).
  • Formblatt 02: Bescheinigung nach § 9 BAföG (Studienbescheinigung / Immatrikulationsbescheinigung deiner Ausbildungsstätte).
  • Formblatt 03: Einkommenserklärung (Angaben zum Einkommen deiner Eltern im letzten Kalenderjahr).
  • weitere Formblätter je nach Situation.

Beim Ausfüllen der Formulare solltest du sorgfältig arbeiten. Häufig müssen dem Antrag noch Kontoauszüge, Studienbescheinigung oder weitere Nachweise beigefügt werden.

3. Leistungsnachweis nach § 48 BAföG: Das musst du für deinen Antrag wissen

Achte bitte darauf, dass du spätestens ab dem 5. Fachsemester eine Bescheinigung nach § 48 BAföG vorlegen musst. Diese Bescheinigung (Formblatt 05) bestätigt, dass du dein Studium ordnungsgemäß betreibst und bestimmte Studienleistungen erbringst.

Ohne diese Bescheinigung kann dein Anspruch entfallen. Plane demnach diesen Schritt frühzeitig ein, besonders in stressigen Prüfungsphasen.

4. Antragstellung online oder per Post?

Du kannst für die Antragstellung BAföG digital nutzen oder deinen Antrag per Post beim BAföG-Amt einreichen. Der Antrag online spart Zeit und erleichtert das Ausfüllen.

Wichtig ist nur, dass du den Antrag rechtzeitig einreichst, egal auf welchem Weg.

Sonderfälle: Ausland, Unterbrechung, Vorausleistungen

Wenn du ein Semester im Ausland absolvieren möchtest, musst du einen gesonderten Antrag beim zuständigen Amt stellen. Für die Förderung einer Auslandsausbildung gelten eigene Fristen, mindestens 6 Monate vor Beginn des geplanten Auslandsaufenthalts.

Solltest du finanzielle Probleme haben, kannst du unter Umständen Vorausleistungen beantragen. Auch bei einer Unterbrechung des Studiums solltest du dich frühzeitig beim Amt für Ausbildungsförderung informieren.

Was passiert nach dem Bewilligungszeitraum?

Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel 12 Monate. Danach musst du einen neuen Antrag stellen. Das vergessen viele Studierende und stehen plötzlich ohne BAföG-Leistungen da.

Denke also rechtzeitig daran, deinen Folgeantrag beim BAföG-Amt einzureichen.

Alternativen zur BAföG-Förderung: Stipendien und Studienkredite

Solltest du keinen Anspruch auf BAföG haben oder dein BAföG nicht ausreichen, gibt es noch folgende Alternativen: Stipendien, Studienkredite, Nebenjob und Förderung einer Auslandsausbildung.

BAföG ist zwar oft der erste Schritt, aber nicht die einzige Option für deine Studienfinanzierung.

Kostenlose BAföG-Checkliste als PDF herunterladen

BAföG zu beantragen wirkt kompliziert, ist aber mit der richtigen Struktur gut machbar.

Du möchtest sicherstellen, dass du beim Ausfüllen nichts vergisst? Dann lade dir kostenlos unsere kompakte BAföG-Checkliste als PDF herunter.

Darin findest du alle wichtigen Informationen. von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung bishin zum Reminder für deinen Leistungsnachweis.

So kannst du deinen BAföG-Antrag strukturiert und stressfrei stellen.